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20 Jahre AGV: Verantwortung, Vernetzung und Vertrauen

Seit 2005 steht die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Fachstellen für gemeinnützige Arbeit (AGV) für ein gemeinsames Ziel: Menschen eine zweite Chance zu geben.

Aus einer engagierten Initiative ist in zwanzig Jahren ein starkes Netzwerk entstanden – mit 21 Mitgliedern, klaren Qualitätsstandards und einer gemeinsamen Stimme für soziale Gerechtigkeit.

Auch wir sind Teil der AGV und gestalten dieses Netzwerk aktiv mit. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass gemeinnützige Arbeit und Geldverwaltung in Bayern auf einem hohen fachlichen und menschlichen Niveau stattfinden.

Das 20-jährige Jubiläum ist Anlass, zurückzublicken, Danke zu sagen und nach vorn zu schauen: auf neue Herausforderungen, neue Wege und eine Gesellschaft, die Verantwortung teilt.

Mehr über 20 Jahre AGV, ihre Geschichte und ihre Werte erfahren Sie hier: https://www.agv-bayern.org/interview-mit-agv-sprecherin/

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/10/2025-10-30_20-Jahre-AGV.png 683 845 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-12-02 12:06:252025-12-02 12:06:2520 Jahre AGV: Verantwortung, Vernetzung und Vertrauen
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25 Jahre Täter-Opfer-Ausgleich: Dialog als Weg zur Verantwortung

25 Jahre Täter-Opfer-Ausgleich beim Treffpunkt e.V. – ein Anlass, um zurückzuschauen. Dieses bewährte Instrument der Justiz bringt Täter*innen und Opfer zusammen, um das Geschehene aufzuarbeiten, Wiedergutmachung zu ermöglichen und Konflikte respektvoll zu klären. Zum Jubiläum sprechen wir mit unserer Kollegin Michaela Franke, die seit 23 Jahren den Täter-Opfer-Ausgleich verantwortet, über persönliche Erfahrungen, Entwicklungen und die besondere Bedeutung dieser Arbeit.

Redaktion: Dieses Jahr feiert der Täter-Opfer-Ausgleich beim Treffpunkt e.V. sein 25-jähriges Bestehen. Was bedeutet dieses Jubiläum für dich persönlich?
Michaela Franke: Ich bin unglaublich dankbar, dass wir es geschafft haben, dieses Instrument der Justiz 25 Jahre lang anzubieten. Dabei freue ich mich besonders über die Fallzahlen – es dümpelt nicht einfach im einstelligen Bereich, sondern wir können respektable Zahlen vorweisen. Und es zeichnet sich sogar eine Erweiterung ab: Begonnen haben wir nur für die Stadt Nürnberg, inzwischen sind auch Schwabach und der Landkreis Roth dazugekommen. Dass dieses Angebot nicht einschläft, sondern wächst, macht mich sehr glücklich.

Redaktion: Was hat sich in den letzten 25 Jahren in der Arbeit des Täter-Opfer-Ausgleichs verändert?
Michaela Franke: Ein großer Wandel war die Digitalisierung, besonders während der Corona-Zeit. Viele Angebote wurden digital durchgeführt, obwohl ich es mir herausgenommen habe, Gespräche persönlich zu führen. Auch die digitale Akte ist ein bedeutender Unterschied. Organisatorisch haben wir uns in der TOA-Landesgruppe Bayern vernetzt, wodurch auch politische Arbeit hinzugekommen ist; das war zu Beginn noch nicht der Fall.

Redaktion: Hat sich auch die Art der Delikte verändert, die ihr begleitet?
Michaela Franke: Grundsätzlich sind es ähnliche Delikte geblieben, vor allem Delikte mit sozialen Bindungen zwischen Täter*innen und Opfer – also in Schule, Ausbildung, Arbeitsplatz. Typische Beispiele sind gefährliche oder vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung. Dort zeigt sich oft ein starkes Bedürfnis nach Klärung und Wiedergutmachung.
Spannend ist die Entwicklung bei sexuellen Übergriffen: Früher ausgeschlossen, werden heute auch sexuelle Übergriffe übertragen. Die Staatsanwaltschaft ist hier offener geworden.

Redaktion: Kannst du uns einen Fall schildern, der zeigt, wie der TOA beiden Seiten hilft?
Michaela Franke: Da gibt es einige! Einer ist mir besonders im Kopf geblieben: Eine Frau wurde in einem Zugabteil von exhibitionistischen Handlungen belästigt und erstattete Anzeige. Die Polizei machte sie auf den Täter-Opfer-Ausgleich aufmerksam. Nach eigener Recherche entschied sie sich, sich auf dieses Verfahren einzulassen, um den Täter mit seinen Handlungen zu konfrontieren. Der Beschuldigte fühlte sich bezüglich einer persönlichen Begegnung nicht gewachsen, wollte aber eine außergerichtliche Einigung suchen. Beide einigten sich dahingehend, dass er sich professionelle therapeutische Hilfe sucht. Die Anbindung wurde von mir regelmäßig über einen langen Zeitraum abgefragt und eingehalten.
Für die Geschädigte war es beruhigend zu sehen, dass der Beschuldigte Verantwortung übernimmt. Gleichzeitig bot ihm dieser Umgang mit seinem Fehlverhalten die Chance, an seiner Problematik zu arbeiten.

Redaktion: Was wünschst du dir für die Zukunft des TOA?
Michaela Franke: Ich wünsche mir, dass jemand meine Nachfolge mit derselben Leidenschaft übernimmt. Außerdem hoffe ich, dass noch mehr Städte auf uns aufmerksam werden und der TOA für Erwachsene stärker etabliert wird. Es gibt zwar einzelne Fälle, aber wir könnten deutlich mehr anbieten, wenn wir es offiziell bewerben würden.

Redaktion: Was bedeutet Wiedergutmachung für dich?
Michaela Franke: Für mich bedeutet Wiedergutmachung in erster Linie, dass die Geschädigten erkennen können, dass der/die Täter*in wirklich verstanden hat, welches Unrecht er begangen hat, und dass ihm/ihr das Ausmaß der Verletzung bewusst wird, dass er/sie verursacht hat. Wichtig ist, dass er/sie sich ernsthaft bemüht, das Geschehene wiedergutzumachen – in welcher Form auch immer – und dass seine Entschuldigung aufrichtig und ehrlich ist.
Zentrale Bedeutung hat dabei der Moment der Entschuldigung selbst: Wie schaut der/die Täter*in mich an? Wie ist die Körperhaltung, die Gesten? Gibt er/sie mir die Hand oder nicht? Solche Details sind entscheidend, damit die Geschädigten die Entschuldigung annehmen und innerlich abschließen können.
Besonders berührend ist es, wenn der/die Täter*in sich Gedanken macht, wie er/sie die Situation wiedergutmachen kann, und diese Schritte dann auch tatsächlich umsetzt. Das macht Wiedergutmachung für alle Beteiligten spürbar und lebendig.

 

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/10/25-Jahre-TOA.png 683 845 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-11-17 12:58:452025-11-17 12:58:4525 Jahre Täter-Opfer-Ausgleich: Dialog als Weg zur Verantwortung
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25 Jahre KogA – eine Nürnberger Erfolgsgeschichte

Vor 25 Jahren wurde bei uns im Treffpunkt e.V. eine ganz besondere Abteilung gegründet: die Koordinierungsstelle für gerichtliche Arbeitsweisungen, kurz KogA. Ihr Auftrag: Jugendliche und Heranwachsende zwischen 14 und 21 Jahren dabei zu unterstützen, ihre gerichtlich angeordneten Weisungen und Auflagen zu erfüllen und sie bei der Ableistung gemeinnütziger Arbeit zu begleiten. Was andernorts das Jugendamt übernimmt, ist in Nürnberg bewusst ausgelagert worden. Seither ist die KogA die zentrale Anlaufstelle für Nürnberger Jugendliche.

Jährlich bearbeitet das Team um Leitung Justyna Bieganski rund 1.500 Zuweisungen: von Ordnungswidrigkeiten wie Schulversäumnis, Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung oder das Meldegesetz bis hin zu Straftaten wie Diebstahl, Körperverletzung, Betrug oder unerlaubtes Handeln mit Betäubungsmitteln. Dabei gilt stets das gleiche Ziel: Die Jugendlichen so zu begleiten, dass sie ihre Auflagen verlässlich erfüllen und gleichzeitig die Chance bekommen, neue Perspektiven zu entdecken.

Was die KogA dabei besonders macht, ist der Blick auf das Ganze: Es geht nicht nur um die Vermeidung weiterer Sanktionen, sondern auch um Perspektiven. „Wir nehmen uns für jeden Jugendlichen Zeit, hören zu und suchen eine Einsatzstelle, die passt“, erklärt Justyna Bieganski. „Denn hinter jedem Delikt steckt eine Geschichte und jeder junge Mensch verdient die Chance, Verantwortung zu übernehmen etwas Positives daraus mitzunehmen.“

 Von der Arbeitsauflage zur Chance

Die Arbeit der KogA ist viel mehr als reine Vermittlung. Das Team nimmt sich persönlich Zeit für jeden einzelnen Jugendlichen, prüft Einschränkungen, sucht passende Einsatzstellen und hält engen Kontakt zu Gerichten, Staatsanwaltschaften, Bewährungshilfe und Einsatzstellen. So leisten die Jugendlichen ihre Arbeitsstunden in gemeinnützigen Einrichtungen wie Altenheimen, Sportvereinen, Wertstoffhöfen, Jugendzentren oder Kindergärten ab; immer angepasst an potentielle Einschränkungen und ihre Lebenssituation. Viele Jugendliche erleben hier zum ersten Mal, wie es ist, gebraucht zu werden.

Nicht selten ergeben sich daraus besondere Erfolgsgeschichten. „Es kommt immer wieder vor, dass ein Jugendlicher durch die Arbeitsstunden entdeckt: Das ist genau mein Ding“, erzählt Justyna Bieganski. „Mitunter entwickelten sich aus den Auflagen bemerkenswerte Erfolgsgeschichten – beispielsweise der Einstieg in eine Ausbildung oder der Erhalt eines festen Arbeitsplatzes“. Solche Momente machen für das Team die Bedeutung ihrer Arbeit besonders spürbar.

Stetige Entwicklung

In 25 Jahren hat sich die KogA stetig weiterentwickelt. Von Beginn an digital aufgestellt, nutzte das Team zunächst eine technisch limitierte Datenbank. Bereits seit 2003 arbeitet das Team mit einem weiterentwickelten Datenbanksystem. Auch die Abläufe sind strukturierter geworden, etwa durch feste Termine, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurden und sich seitdem bewährt haben.

Ein besonderes Beispiel für Innovation und Weiterentwicklung ist unter anderem das Projekt „Tu was!“, welches sich an schulabstinente Jugendliche richtet. Statt die Jugendlichen zur Ableistung von Arbeitsstunden heranzuziehen, legt die KogA zunächst den Fokus darauf, ob eine schulische oder berufliche Re-Integration bereits erfolgt ist, etwa durch regelmäßigen Schulbesuch oder die Aufnahme einer Ausbildung. Liegt dies vor, so werden die Arbeitsstunden zunächst ausgesetzt und der Schul- oder Ausbildungsbesuch engmaschig überprüft. Sollte keine solche Anbindung bestehen, wird den Jugendlichen im Rahmen eines gezielten Einzelcoachings Unterstützung angeboten, um eine (Re-)Integration zu ermöglichen. Bei erfolgreicher Teilnahme an einer dieser Maßnahmen gilt die gerichtliche Auflage als erfüllt.“ „Wir gehen mit der Zeit und passen unsere Arbeit den Bedürfnissen der Jugendlichen an“, erklärt Justyna Bieganski. „Denn nicht jede Straftat oder jedes Problem lässt sich mit Arbeitsstunden allein lösen.“ Diese Haltung zeigt: Die KogA denkt nicht in starren Strukturen, sondern sucht nach Wegen, die wirklich helfen.

Auch herausfordernde Zeiten meistert das Team: Während der Covid-Pandemie entwickelte die KogA die Gesprächsweisung TEA (Themenbezogene Einzelarbeit), welches es dem Team ermöglichte, Jugendliche bei Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, weiter zu begleiten und sicher zu stellen, dass die Auflage erfüllt werden konnte. Die Gesprächsweisung ist mittlerweile fester Bestandteil in der Arbeit der KogA und wird nun als eine Kurzzeitmaßnahme zu alltags- oder deliktspezifischen Themenmodulen bei Straftaten angewandt.

Geduld, Vertrauen und starke Ergebnisse

Die Arbeit ist nicht immer einfach. Manche Jugendliche kommen mehrfach zur KogA, weil sie sich bei einer Einsatzstelle nicht bewährt haben. Doch das Team setzt bewusst auf Geduld und weitere Chancen. Oftmals sind mehr Gespräche und der richtige Blickwinkel auf ihre aktuelle Lebenslage erforderlich. Aufgrund der steigenden Multiproblemlagen der Jugendlichen erweist sich die Vermittlung in gemeinnützige Arbeit als immer komplexere Aufgabe.

Trotz aller Schwierigkeiten kann die KogA auf beachtliche Ergebnisse verweisen: 80 Prozent der Jugendlichen erfüllten im Jahr 2024 ihre Auflagen erfolgreich. Auch die Zusammenarbeit mit den Gerichten und Einsatzstellen gilt als vorbildlich.

„Unsere größte Stärke ist, dass die Jugendlichen merken: Wir arbeiten nicht gegen sie, sondern mit ihnen“, so Justyna Bieganski. „Das schafft Vertrauen, denn ohne Vertrauen geht es in diesem Bereich nicht.“

 Blick in die Zukunft

Nach 25 Jahren gilt es nicht nur zurückzublicken, sondern auch in die Zukunft gerichtet. Denn klar ist: Die Herausforderungen bleiben groß. Immer mehr Jugendliche kämpfen mit familiären oder psychischen Problemen, und die Straftaten verlagern sich teilweise in den digitalen Raum.

Trotzdem ist die Perspektive positiv. Teamleiterin Justyna Bieganski hat dabei vor allem ein Anliegen: „Ich wünsche mir, dass wir uns weiterhin an neue Entwicklungen anpassen können und dabei unsere Haltung bewahren: jeden Jugendlichen individuell und ohne Vorurteile zu betrachten“.

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/10/25-jaehriges-Jubilaeum_Koordinierungsstelle-KogA.png 683 845 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-11-11 09:22:562025-11-11 09:22:5625 Jahre KogA – eine Nürnberger Erfolgsgeschichte
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5 Jahre RESPEKT! – Täter*innenarbeit häusliche Gewalt in Mittelfranken

Seit fünf Jahren gibt es in Mittelfranken die Fachstelle RESPEKT! – Täter*innenarbeit häusliche Gewalt, getragen von der Stadtmission Nürnberg e.V. und dem Treffpunkt e.V. Das Angebot richtet sich an Menschen, die in Partnerschaften Gewalt ausüben: körperlich, psychisch, verbal, ökonomisch oder digital. Ziel ist es, Gewalt zu beenden und Betroffenen ein Leben ohne Angst zu ermöglichen.

Warum Täterarbeit notwendig ist, erklärt Susanne Scharch, Verantwortliche für die Fachstelle im Treffpunkt e.V., die von Anfang an dabei ist: „Mich hat die Arbeit mit den Tätern interessiert.“ Denn Studien zeigen: „Paare bleiben trotz Gewalt oft zusammen. Es reicht also nicht, Frauenhäuser oder Opferschutzeinrichtungen anzubieten. Man muss auch bei den Tätern ansetzen und die Gewalt beenden: für die aktuelle und für mögliche zukünftige Partnerschaften.“

Entstanden ist die Fachstelle im Zuge der Istanbul-Konvention. Bayern beschloss, in jedem Regierungsbezirk entsprechende Einrichtungen einzurichten. In Mittelfranken übernehmen das seit fünf Jahren der Treffpunkt e.V. und die Stadtmission Nürnberg e.V. Das Ministerium wollte damals zwei Träger im Gebiet Mittelfranken. Durch den gemeinsamen Standort Nürnberg profieren heute beide Träger gleichermaßen: So können Räume, Netzwerke und Ressourcen geteilt werden.

„Wir fordern eine klare Haltung ein“
Der Weg in die Fachstelle ist für viele der schwerste Schritt. „Das erste Mal bei uns vor der Tür zu stehen und zu sagen: ‚Ich habe geschlagen.‘ ist eine enorme Hürde“, berichtet Jan Pliszewski, Verantwortlicher der Fachstelle für die Stadtmission Nürnberg e.V. Danach beginnt eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Taten: zunächst in Einzelgesprächen, später in einer Gruppe mit maximal acht Teilnehmern.

In 25 Gruppensitzungen werden Taten minutiös aufgearbeitet: Auslöser, Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen. Ziel ist es, neue Strategien zu entwickeln, um in Konflikten ohne Gewalt zu reagieren. „Wir fordern Verantwortung ein. Niemand kann die Zeit bei uns einfach absitzen. Die Gruppe lebt davon, dass sich die Täter öffnen und einander spiegeln.“, so Jan Pliszewski.
Der überwiegende Teil der Klienten sind Männer (ca. 88 %), die in Gruppen an sich arbeiten. Frauen und nicht-binäre Personen werden in Einzelsitzungen betreut.

Wenn Veränderung gelingt
Dass Täter*innenarbeit wirkt, zeigt das Beispiel eines jungen Mannes, das den Mitarbeitenden besonders im Gedächtnis geblieben ist. Er hatte seiner Partnerin gegenüber Gewalt angewendet und kam mit dem Vorsatz: Sollte es je wieder passieren, werde er sich trennen.

„Ich war anfangs sicher, dass die Beziehung nicht halten würde“, erinnert sich Susanne Scharch. Doch beide Partner arbeiteten mit. Der junge Mann stellte sich konsequent seinen Themen, reflektierte Auslöser seiner Wut und probierte neue Kommunikationsmethoden. Die Partnerin – ohne jegliche Verantwortung für die Veränderung zu tragen – unterstützte ihn, indem sie Übungen mitmachte, wie etwa wöchentliche Gesprächszeiten, bei denen beide abwechselnd fünf Minuten lang ungestört reden konnten. So entwickelte sich langsam eine stabilere Beziehung. Konflikte wurden offener angesprochen, Grenzen besser respektiert.

Trotz dieser gemeinsamen Entwicklung bekam die Partnerin circa ein Jahr nach der Tat Albträume. Das zeigt deutlich, wie tief und lang Gewalt nachwirkt. Selbst wenn ein Täter Verantwortung übernimmt und sich ehrlich verändert, verschwinden die Folgen für die Opfer nicht einfach.

Dieses Beispiel steht für viele Erfahrungen der letzten Jahre: Veränderung ist möglich, aber sie erfordert Zeit, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Zwischen Erfolg und Belastung
Doch nicht jede Geschichte geht so aus. Manche Teilnehmer brechen ab, andere sind schlicht nicht geeignet für das Programm. Hinzu kommt die hohe Belastung für die Mitarbeitenden. „Wir hören Woche für Woche Gewaltschilderungen. Das setzt zu. Deshalb ist Supervision so wichtig, und klare Grenzen, etwa keine Fallarbeit im Homeoffice.“, so Susanne Scharch.

Auch organisatorisch stößt die Fachstelle an Grenzen. Die Nachfrage ist hoch, die Kapazitäten sind begrenzt. Teilweise muss die Fachstelle Menschen abweisen, die so dringend Unterstützung brauchen. Das geht nicht spurlos an den Mitarbeitenden vorbei.

Blick in die Zukunft
Zum Jubiläum blickt RESPEKT! mit Stolz auf fünf Jahre intensive Arbeit zurück. Gleichzeitig aber auch mit klaren Forderungen nach mehr Ressourcen. „Mein Wunsch ist ein stabiles Team, mehr Zeit für Austausch und eine bessere Ausstattung. Täter*innenarbeit ist nicht nur Gruppenarbeit, sondern auch Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerken, Vorträge, Fallkonferenzen. Dafür braucht es mehr Personal und eine bessere Finanzierung.“, erklärt Susanne Scharch.

Eines hat sie in dieser Zeit besonders gelernt: Gewalt hat viele Gesichter. „Sie ist oft subtil, schwer erkennbar und nimmt immer neue Formen an, auch digital. Wir müssen uns als Gesellschaft viel stärker sensibilisieren.“

Nach fünf Jahren ist RESPEKT! fest in Mittelfranken fest verankert. Die Arbeit bleibt herausfordernd, aber unverzichtbar. Denn, so Jan Pliszewski: „Nur im Zusammenspiel von Täter*innenarbeit, Opferschutz, Polizei und Justiz können wir eine gewaltfreie Zukunft erreichen.“

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/10/Jubilaeum_Respekt_5-Jahre.png 683 845 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-11-05 08:42:242025-11-05 08:42:245 Jahre RESPEKT! – Täter*innenarbeit häusliche Gewalt in Mittelfranken
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5 Jahre TEA: Individuelle Wege zu Verantwortung und Reflexion

In diesem Jahr feiert unsere Maßnahme TEA (Themenbezogene Einzelarbeit) ihr fünfjähriges Bestehen. Was einst aus der Not während der Coronakrise entstanden ist, hat sich heute als fester Bestandteil der jugendlichen Straffälligenhilfe etabliert.

TEA wurde während der Pandemie ins Leben gerufen, als die Vermittlung in gemeinnützige Arbeit nahezu zum Erliegen kam und sich Verfahren aufstauten. „Die Staatsanwaltschaft hat uns damals gebeten, eine Lösung zu finden, damit die Verfahren nicht liegenbleiben“, erinnert sich Yasmin Matusek. So entstand das Konzept der TEA, das schnell greifbare Hilfe bot, auch unter den Einschränkungen der Pandemie. „Wir konnten Gespräche sogar draußen bei Spaziergängen oder online führen. Trotzdem bekamen die Jugendlichen eine Konsequenz für ihre Straftat“, ergänzt sie.

TEA: Individuell gedacht, bewusst gestaltet

TEA ist eine maßgeschneiderte Maßnahme zwischen Arbeitsweisungen und intensiver Einzelbetreuung. In 3 bis 5 Terminen bearbeiten Fachkräfte einen klar definierten Problemrahmen. Anders als in der Sozialen Einzelbetreuung, die breit gefächert agiert, fokussiert sich TEA auf konkrete Fragen, die oft in direktem Zusammenhang mit der begangenen Straftat stehen.

So kann beispielsweise bei Diebstahl untersucht werden, warum die Handlung entstand: War mangelnde Finanzkompetenz der Grund? Oder welche Konsequenzen hatte das Verhalten für andere? Ziel ist es, dass die Jugendlichen selbst ein Bewusstsein für ihr Handeln entwickeln. „Wir schauen dabei individuell, welche Punkte die Jugendlichen wirklich beschäftigen“, erklärt Yasmin Matusek.

Maßgeschneiderte Module mit Perspektive

Die Entscheidung, ob ein Jugendlicher zur TEA kommt, trifft in der Regel das zuständige Gericht. In Ausnahmefällen kann die Auflage auch zwei bis drei Module umfassen. Dabei besteht jedes Modul aus drei bis fünf Kontakten, die individuell gestaltet werden.

Besonders während der Pandemie bewährte sich TEA: Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz waren mit hohen Bußgeldern belegt, die für viele Jugendliche untragbar gewesen wären. „Die TEA hat es ermöglicht, dass Jugendliche an einer Gesprächsweisung teilnehmen konnten, anstatt sich zu verschulden oder in den Jugendarrest zu kommen“, so die Mit-Initiatorin.

Die größte Herausforderung liegt in der Kürze der Zeit: Innerhalb weniger Kontakte muss ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und das Problem bearbeitet werden. Kreativität ist gefragt, um die Jugendlichen aktiv einzubinden – sei es durch kleine Hausaufgaben, interaktive Aufgaben oder praktische Übungen.

Trotz der Herausforderungen blicken die Mitarbeitenden optimistisch in die Zukunft: „Ich wünsche mir, dass das Angebot bestehen und sich weiterentwickelt“, sagt Yasmin Matusek. Die vergangenen fünf Jahre zeigen, dass TEA ein wertvolles Instrument der ambulanten Jugendhilfe im Kontext Straffälligenhilfe ist und Jugendlichen dabei hilft, Verantwortung zu übernehmen und ihr Verhalten zu reflektieren.

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/10/Jubilaeum-TEA_5-Jahre.png 683 845 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-10-28 09:55:072025-10-28 09:55:075 Jahre TEA: Individuelle Wege zu Verantwortung und Reflexion
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10 Jahre Müttergesprächsgruppe in der JVA Nürnberg: Ein Raum für Reflexion, Mut und neue Perspektiven

Zehn Jahre – so lange begleitet der Treffpunkt e.V. bereits Mütter in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg mit einem besonderen Angebot: der Müttergesprächsgruppe. Ein Ort, an dem nicht Kinder, sondern die Mütter selbst im Mittelpunkt stehen.

Während Väter im Gefängnis häufig Kontakt zu ihren Kindern über Vater-Kind-Gruppen halten können, ist die Situation für Mütter eine andere: Wenn Mama Zuhause fehlt, bricht erfahrungsgemäß das ganze System auseinander. Viele Kinder wachsen in Pflegefamilien oder Kinderheimen auf. Regelmäßige Treffen sind dadurch schwer zu organisieren, eine Mutter-Kind-Gruppe innerhalb der JVA kaum möglich.

Die Müttergesprächsgruppe schafft deshalb etwas anderes: einen geschützten Raum, in dem Frauen über Mutterschaft nachdenken können; vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben.

Basteln als Brücke
Einmal im Monat treffen sich bis zu acht Frauen für zwei Stunden. Manche reden viel, andere hören lieber zu. Doch ihre Hände sind in Bewegung: beim Basteln. Dahinter steckt mehr als nur eine kreative Beschäftigung. Die Mütter gestalten kleine Geschenke für ihre Kinder. Ein Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind und dass Mama auch hinter Mauern an sie denkt. Gerade Frauen mit einer Drogenproblematik finden beim Basteln leichter ins Gespräch, können reflektieren und Kraft schöpfen.

„Haft ist für viele wie auf Pause drücken“, beschreibt es die Gruppenleiterin Paula Herrera. „Plötzlich ist Zeit, um über das Muttersein nachzudenken: Was bedeutet Verantwortung? Was bedeutet es, süchtig und zugleich Mama zu sein?“, so die Gruppenleiterin. „Ich versuche den Frauen zu vermitteln: ‚Du bist Mama und bleibst es für immer – egal, was passiert.‘“

Emotionale Tiefe und große Herausforderungen
Die Arbeit mit inhaftierten Müttern ist oft bewegend und herausfordernd. Viele Frauen berichten von schwierigen Kindheiten, gebrochenen Beziehungen und der Last, Kinder zurücklassen zu müssen.

So zum Beispiel eine Mutter, die nur wenige Tage nach der Geburt ihrer Zwillinge in Haft kam. Bei den begleiteten Besuchen wurde deutlich: Für die Babys war die Pflegefamilie längst vertrauter als ihre eigene Mutter. Für die Frau war das ein schmerzhafter, aber auch notwendiger Moment der Erkenntnis.

Neben diesen persönlichen Geschichten gibt es auch strukturelle Hürden: Nicht jede Frau darf teilnehmen, die Sicherheitsauflagen sind hoch, die Aufenthalte oft kurz. Viele verlassen die Anstalt schon nach wenigen Terminen. Vertrauen muss dann in kürzester Zeit entstehen.
„Ich erlebe oft, wie die Frauen hier zum ersten Mal wirklich reflektieren, was es heißt, Mutter zu sein – und das kann sehr schmerzhaft sein. Gleichzeitig ist es unglaublich bewegend zu sehen, wie sie kleine Schritte machen und ihre Kinder im Herzen tragen“, erzählt Paula Herrera.

Ein neues Konzept entsteht
In den letzten Jahren hat sich die Gruppe weiterentwickelt. Anfangs lebte sie stark von spontanen Themen, inzwischen wächst ein strukturiertes Jahreskonzept: Von Sorgerecht über Trennung, von Drogen und Mutterschaft bis zu Pubertät: Zentrale Fragen der Elternschaft werden regelmäßig behandelt. Manche Themen, wie der Drogenkonsum, sogar bewusst mehrfach im Jahr.

Viele Impulse kommen dabei direkt von den Frauen. Sie wollen mehr über das Schulsystem erfahren, über den Umgang mit dem Jugendamt oder darüber, was ein Sorgerechtsentzug bedeutet. Diese Fragen fließen in die Planung ein und geben den Frauen das Gefühl: Ihre Stimme zählt.

Ein Blick in die Zukunft
Für die Zukunft erhoffen sich Paula Herrera und ihr Team, dass noch mehr Frauen frühzeitig teilnehmen. Eine längere Begleitung schafft mehr Vertrauen, ermöglicht intensivere Gespräche und erhöht die Chance, dass Kinder spüren: Mama bleibt Teil meines Lebens.

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/10/Jubilaeum-Muettergespraechshsgruppe_10-Jahre.png 683 845 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-10-22 08:28:272025-10-22 08:28:2710 Jahre Müttergesprächsgruppe in der JVA Nürnberg: Ein Raum für Reflexion, Mut und neue Perspektiven
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Wie Sozialarbeit Familienleben nachhaltig stärkt

Familien zu unterstützen bedeutet weit mehr als in akuten Krisen Hilfe zu leisten. Sozialarbeit schafft Räume, in denen Eltern und Kinder Vertrauen aufbauen, Orientierung finden und Perspektiven entwickeln können.

„Familie ist die Grundlage für das Leben und wie man sich entwickelt“, erklärt Paula Herrera, Teamleiterin der Familienbildung im Treffpunkt e.V. Seit vielen Jahren begleitet ihr Team Eltern, Alleinerziehende und junge Mütter dabei, ihren Alltag zu meistern, Verantwortung zu übernehmen und ihre Rolle als Elternteil zu stärken.

Familienbildung als Schlüssel
Seit vielen Jahren bietet der Treffpunkt e.V. Familienbildung an: Von Alleinerziehenden Mamas bis zu hin Geflüchteten fanden in den letzten Jahren viele verschiedene Zielgruppen Halt und Angebote im Treffpunkt e.V. Heute stehen vor allem junge Mütter (mit dem Angebote MUT) und Eltern (mit dem Angebot Let’s Talk) im Mittelpunkt der Familienbildung.

„Familienbildung möchte deutlich machen: Du bist nicht allein – ganz gleich, welche Herausforderungen oder Erfahrungen dich gerade belasten.“, erklärt Paula Herrera.

Die Erfahrung zeigt: Gerade Frauen, die jung Mutter werden oder neu in Deutschland sind, kämpfen mit Isolation. Ihnen fehlt oft ein soziales Netz, manchmal auch das Wissen über Unterstützungsangebote. In den Gruppen erfahren sie nicht nur praktische Hilfe, sondern vor allem Gemeinschaft und treffen anderen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Herausforderungen im Familienalltag
Elternsein war nie einfach und ist im digitalen Zeitalter sogar noch schwerer. „Eine der größten Herausforderungen ist diese Flut an Informationen. Viele Eltern orientieren sich an Erziehungstrends aus den sozialen Medien, ohne sie zu hinterfragen. Hier setzt die Familienbildung an: Sie schafft Orientierung, regt zum Nachdenken an und ermutigt Eltern, eigene Wege zu gehen.

Hinzu kommen gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren: Einkommen, Bildung und Wohnsituation bestimmen maßgeblich, welche Chancen ein Kind hat. „Wenn eine Mutter ständig arbeiten muss, ist sie für ihre Kinder kaum präsent. Das ist nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein emotionales Problem.“, so die Teamleiterin. Sozialarbeit schafft hier Ausgleich, indem sie Familien Zugänge eröffnet, Beratungen vermittelt und Hilfe beim Beantragen von Unterstützungsleistungen gibt.

Nachhaltigkeit durch Begleitung
„Ein einzelner Termin kann Impulse geben – aber echte Entwicklung geschieht, wenn Familien über längere Zeit begleitet werden. Dann sehen wir, wie sie ihren eigenen Weg finden und gestärkt ihren Alltag meistern.“, sagt Paula Herrera.

Ein Beispiel ist das Angebot MUT. Dort wachsen junge Mütter in ihre Rolle hinein, lernen die Bedürfnisse ihrer Kinder zu verstehen und erleben, dass sie Verantwortung tragen können. Sie entdecken auch: Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Stärke.

Prävention statt nur Krisenintervention
Oft suchen Familien erst Hilfe, wenn eine Krise sie überrollt. Doch Sozialarbeit wirkt auch vorbeugend. Let’s Talk ist so ein Angebot. In Online-Elternabenden erfahrene interessierte Eltern, wie sie mit den Herausforderungen der Pubertät umgehen.

„Elternsein ist die schwierigste Aufgabe der Welt und dafür gibt es keinen Schulabschluss und kein Zertifikat. Für fast alles werden wir geschult, nur nicht fürs Elternsein. Genau hier setzen wir an: Wir bereiten Eltern auf schwierige Phasen vor, bevor Probleme eskalieren.“, erklärt Paula Herrera.

Selbst sensible Themen wie Suizidalität oder selbstverletzendes Verhalten finden hier Platz. Viele Eltern nehmen das Angebot dankbar an; nicht, weil sie akut betroffen sind, sondern weil sie vorbereitet sein wollen.

Geschichten, die bleiben
Was Familienbildung bewirken kann, zeigt ein Beispiel besonders deutlich: Eine junge Mutter kam vor 15 Jahren zu MUT, fand dort Unterstützung, absolvierte später ihre Ausbildung im Treffpunkt e.V. und engagiert sich heute selbst in der sozialen Arbeit.

Gleichzeitig gibt es auch Situationen, die schwer auszuhalten sind: Etwa Fälle von Kindeswohlgefährdung, in denen entschieden werden muss, ob Kinder ohne ihre Eltern besser aufgehoben sind. Oder Familien, die über Jahre hinweg kämpfen, weil ihnen aufgrund politischer Förderlogiken die nötige Unterstützung verwehrt bleibt.

Und doch sind es die positiven Geschichten, die im Gedächtnis bleiben: Frauen, die Jahre später dankbar erzählen, wie wichtig die Vermittlung des Sprachkurses oder des Kindergartenplatzes für sie war. Und Kinder, die durch die Begleitung ihrer Eltern spüren: Ich habe eine Chance, meinen Weg zu gehen.

Sozialarbeit verändert nachhaltig
Sozialarbeit ist mehr als „Feuerlöschen“. Sie kann Familien durch Krisen begleiten, ihnen Orientierung geben und ihnen helfen, langfristig stabil zu werden.

Sie sollte als Ganzes betrachtet werden: präventiv – in der Krise – und nach der Krise. Das macht sie zu einem unverzichtbaren Bindeglied zwischen Familien, Gesellschaft und Zukunft.

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/09/Design-ohne-Titel-3.png 1365 2048 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-09-21 10:14:392025-09-21 10:14:39Wie Sozialarbeit Familienleben nachhaltig stärkt
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Radio Z und Treffpunkt e.V. – gemeinsam für Angehörige und Inhaftierte auf Sendung

Im August waren wir – der Treffpunkt e.V. – erstmals zu Gast in der Radiosendung „Strafzeit“ bei Radio Z. Künftig wird der Treffpunkt e.V. regelmäßig in der „Strafzeit“ vertreten sein, um Angehörigen und Inhaftierten wichtige Informationen rund um das Thema Haft zugänglich zu machen.

Die Sendung „Strafzeit“ läuft an jedem 5. Sonntag im Monat von 18:00 bis 20:00 Uhr. Neben bekannten Hits bietet sie die Möglichkeit, Grüße an Inhaftierte zu übermitteln und so Verbindung nach draußen zu halten.

Seit August gibt es noch mehr Zeit für Austausch und Unterstützung: Von 20:00 bis 22:00 Uhr werden auch wir – der Treffpunkt e.V. – vor dem Mikrofon stehen. In dieser besonderen Stunde sprechen wir über Themen, die Angehörige bewegen: Von Unsicherheit und Fragen rund um die Haft bis hin zu praktischen Tipps, wie man mit dieser schwierigen Situation umgehen kann. Unser Ziel ist es, Klarheit zu schaffen, Orientierung zu geben und so die Wissenslücken und Unsicherheiten abbauen, die viele Angehörige in dieser Situation erleben.

Die erste gemeinsame Sendung aus dem August ist bereits online verfügbar: https://www.radio-z.net/strafzeit-meets-trefffpunkt-e-v-podcast-60079/

Die nächste Ausgabe hören Sie am 30. November live auf Radio Z.

Einschalten lohnt sich – für aktuelle Infos, praktische Hilfen und stärkende Impulse!

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/09/Bild-von-Samuel-Morazana-auf-pixabay.jpg 853 1280 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-09-04 10:06:562025-09-04 10:06:56Radio Z und Treffpunkt e.V. – gemeinsam für Angehörige und Inhaftierte auf Sendung
News

Thementag zur Täterarbeit an der Deutschen Hochschule der Polizei Münster: Frühe Intervention als Schlüssel zur Gewaltprävention

Im August veranstaltete die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster einen Thementag für die Studierenden des Masterstudiengangs Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement. Die Teilnehmenden konnten dabei aus mehreren Seminaren wählen, darunter auch das Seminar zum Thema Täterarbeit. Dieses widmete sich vor allem der Frage, wie Täterarbeit im Bereich Partnerschaftsgewalt gestaltet und für die polizeiliche Praxis nutzbar gemacht werden kann.

Unter dem Titel „Täterarbeit im Bereich Partnerschaftsgewalt – Der proaktive Ansatz für polizeiliche Führungskräfte“ präsentierten Expertinnen und Experten aktuelle Konzepte und Praxisbeispiele. Eingeladen waren ein Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit HG e.V., eine Vertreterin der Fachstelle Gewaltprävention Brandenburg sowie unsere Kollegin Susanne Scharch von RESPEKT! Fachstelle Mittelfranken.

Das Seminar zielte darauf ab, neben den gesetzlichen Grundlagen auch die Täterarbeit heute und auch zukünftig vorzustellen. Im Zentrum stand dabei der sogenannte proaktive Ansatz: Gewaltausübende werden frühzeitig erreicht, um nachhaltige Veränderungsprozesse einzuleiten. Dieser präventive Zugang soll nicht nur Wiederholungstaten verhindern, sondern auch einen Beitrag zum Schutz Betroffener und zur langfristigen Gewaltprävention leisten.

Die Teilnehmenden erhielten dadurch wertvolle Impulse für ihre spätere Führungsarbeit im Polizeidienst; insbesondere für den professionellen Umgang mit partnerschaftlicher Gewalt und die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachstellen.

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/09/Bild-von-Arek-Socha-auf-Pixabay.jpg 683 1280 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-09-04 08:15:292025-09-04 09:31:14Thementag zur Täterarbeit an der Deutschen Hochschule der Polizei Münster: Frühe Intervention als Schlüssel zur Gewaltprävention
News

Gemeinsam anpacken für ein sauberes Viertel – ESW unterstützt Umweltprojekt „Let’s clean up“

Let's clean up

Mit einer großzügigen Spende vom Evangelischen Siedlungswerk konnte im April das dreitägige Arbeitsprojekt BAP „Let’s clean up“ im Stadtteil Nürnberg Eberhardshof/Muggenhof realisiert werden. Acht Jugendliche und Heranwachsende engagierten sich unter pädagogischer Begleitung tatkräftig für ein sauberes Wohnumfeld – insbesondere rund um die Wandererstraße, das alte Quelleareal und den Quellepark.

Jugendliche engagieren sich für ein sauberes Nürnberg

Ziel des Projekts war es, junge Menschen für Umweltschutz zu sensibilisieren, ihre soziale Kompetenz zu stärken und ihnen durch aktives Tun ein Gefühl der Selbstwirksamkeit zu vermitteln.

Durchgeführt wurde das BAP von einer Honorarkraft und der Teilzeitpraktikantin des Treffpunkt e.V. An drei Tagen wurden besonders belastete Müllecken in Eberhardshof und Muggenhof mithilfe von Bollerwagen, Mülltüten, Zangen und verschiedener hygienischer Ausstattung von Müll befreit. Der gesammelte Müll wurde in Müllbeuteln konsolidiert an Orten abgestellt, die dann dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) gemeldet wurden und dann zeitnah abgeholt wurden.

Drei Tage Engagement, Lernen und Gemeinschaft

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit Kennenlernspiel wurde den Jugendlichen das Projektziel vorgestellt: Die Teilnehmenden sollten für das Thema Müllvermeidung sensibilisiert und selbst aktiv werden.

Zunächst erarbeitet sie gemeinsam, wie es um die Müllsituation in Nürnberg steht – schnell waren sich alle einig: Es gibt Handlungsbedarf. Ein kurzer theoretischer Input verdeutlichte, welche Schäden Müll in der Umwelt anrichtet und welche Rolle Mülltrennung und Prävention spielen. Im Anschluss wurden gemeinsam soziale Regeln für die Zusammenarbeit festgelegt.

Der erste Einsatztag führte die Gruppe u. a. zur Fahrradstraße, dem AEG-Gelände, zur Geschwister-Scholl-Realschule und dem Jugendtreff Tetrix. Besonders viele Zigarettenstummel und Glasmüll wurden rund um die Maximilianstraße gefunden. Insgesamt wurden 4 – 5 volle Müllsäcke zur Abholung bereitgestellt.

Am zweiten Tag sammelte die Gruppe im Quellepark Eberhardshof sowie entlang der Wandererstraße und der Fürther Straße bis zur U-Bahn-Station Eberhardshof. Hier kamen weitere 5 – 6 Säcke zusammen. Zur Belohnung gab es für alle ein Eis – eine verdiente Stärkung nach getaner Arbeit.

Am letzten Tag wurden der restliche Quellepark, der Bereich um die Adam-Klein-Straße sowie Kaufland und Netto in der Fürther Straße gereinigt. Hier wurde erneut eine große Menge Glas- und Restmüll gesammelt.

Ein Projekt, das Spuren hinterlässt

Das Projekt „Let’s Clean Up“ war ein voller Erfolg: Die Jugendlichen zeigten großes Engagement, arbeiteten motiviert mit und lernten dabei wichtige Inhalte zu Umweltschutz, Prävention und sozialem Miteinander.

„Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie junge Menschen durch aktives Handeln nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern auch Anerkennung für ihr Engagement erfahren können“ berichtet Frank Brecht – Sozialarbeiter beim Treffpunkt e.V. „Sie erlebten Selbstwirksamkeit auf direkte Weise: Ihr Einsatz machte einen sichtbaren Unterschied.“, so Brecht weiter.

Den Abschluss des Projektes feierten die Teilnehmenden mit einem gemeinsamen Essen – ein würdiger Rahmen, um das Geleistete zu reflektieren und Erfolge zu würdigen.

Soziales Engagement für nachhaltige Projekte

ESW Evangelisches SiedlungswerkDas ESW – Evangelisches Siedlungswerk – fördert im Rahmen seines Engagements zahlreiche Projekte und Initiativen. Zum 75-jährigen Jubiläum möchte das Unternehmen seinen Auftrag, einen sozialen Mehrwert zu schaffen, noch intensiver verfolgen. Als Wohnungsbauunternehmen, das erschwinglichen Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten bereitstellt, möchte sich das ESW aktiv engagieren und Projektträger, wie den Treffpunkt e.V. finanziell unterstützen.

Die Spende des Evangelischen Siedlungswerkes finanzierte Verpflegung für die Jugendlichen, benötigtes Material wie Müllsäcke und Handschuhe sowie die pädagogische Betreuung, die eine strukturierte und motivierende Begleitung sicherstellte.

Wir danken dem Evangelischen Siedlungswerk für die Unterstützung!

https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2025/05/Bilder-Lets-clean-up-2.png 2000 1500 s.jattke https://www.treffpunkt-nbg.de/wp-content/uploads/2020/07/log-transparent.png s.jattke2025-05-06 13:25:542025-05-06 13:25:54Gemeinsam anpacken für ein sauberes Viertel – ESW unterstützt Umweltprojekt „Let’s clean up“
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Was uns ausmacht

✓ 35 Jahre Erfahrung
✓ Toleranz & Offenheit
✓ Konfessionell und parteilich ungebunden
✓ Fachliche Kompetenz

Über uns

Treffpunkt e. V. ist ein anerkannter Träger der Familienbildung, der Jugend- und Straffälligenhilfe in Nürnberg. Außerdem sind wir Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtverbandes.

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