Bundesinitiative Netzwerk Kinder von Inhaftierten – Ein Überblick
Treffpunkt e.V. hat 2018 das bundesweite Netzwerk Kinder von Inhaftierten gegründet, deshalb sitzt die Bundesinitiative auch hier im Haus. Nachdem wir uns 2010 bereits an einem europäischen Forschungsprojekt beteiligt hatten, das einerseits die Auswirkungen von Inhaftierung eines Elternteils untersucht hat – und andererseits die bestehenden Angebote in Deutschland gesammelt hatte, – war die Zeit reif, die Akteure aus ganz Deutschland zu vernetzen.
Zeitgleich wurde vom Europarat eine Empfehlung verabschiedet, wie Justizvollzug, Jugendhilfe, Polizei und Politik die Rechte der Kinder konkret umsetzen sollen. In der UN-Kinderrechtskonvetion steht nämlich, dass alle Kinder das Recht auf regelmäßigen und persönlichen Umgang mit beiden Elternteilen haben – auch wenn diese inhaftiert sind.
Mit Förderung der Auridis Stiftung haben wir ein Strukturentwicklungsprojekt entwickelt, das in acht Bundesländern durchgeführt wird.
Was bedeutet das genau?
Immer mit dem Blick auf die Lebenssituation der Kinder und ihr Kindeswohl setzt das Projekt auf drei Ebenen an:
- Bei Politik und Verantwortlichen gilt es, diese für die Thematik zu sensibilisieren und zu überzeugen, dass in Strafvollzug und Jugendhilfe mehr Augenmerk auf die Kinder von Inhaftierten zu richten ist und die beiden Systeme zum Wohl der Kinder und Familien besser zusammenarbeiten müssen.
- Bei den Fachkräften unterstützen wir mit mehr Wissen zum Thema und möchten sie auch dafür gewinnen, neue Angebote für diese Kinder zu schaffen.
- Für die Betroffenen geht es vor allem darum, Ihnen mit kindgerechten Informationen oder einer Erstberatung ein richtiges Angebot oder Beratungsstelle vermitteln zu können.
Für die ganzen Vorhaben gibt es in fast jedem Bundesland eine Landesfachstelle Netzwerk Kinder von Inhaftierten – wie auch hier in Bayern. Diese Landesfachstellen setzten dann die Vernetzung von Justiz und Jugendhilfe auf den gerade beschriebenen Ebenen um.
Wir von der Bundesinitiative halten das gesamte Netzwerk zusammen, beraten die Landesfachstellen und unterstützen mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit und Politikberatung.
Unser Ziel ist es, dass jedes betroffene Kind in Deutschland passende Hilfe und Angebote nutzen kann, egal wo es wohnt oder wo das Elternteil inhaftiert ist.
Hinweis: Das Bild wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.



