5 Jahre TEA: Individuelle Wege zu Verantwortung und Reflexion

In diesem Jahr feiert unsere Maßnahme TEA (Themenbezogene Einzelarbeit) ihr fünfjähriges Bestehen. Was einst aus der Not während der Coronakrise entstanden ist, hat sich heute als fester Bestandteil der jugendlichen Straffälligenhilfe etabliert.

TEA wurde während der Pandemie ins Leben gerufen, als die Vermittlung in gemeinnützige Arbeit nahezu zum Erliegen kam und sich Verfahren aufstauten. „Die Staatsanwaltschaft hat uns damals gebeten, eine Lösung zu finden, damit die Verfahren nicht liegenbleiben“, erinnert sich Yasmin Matusek. So entstand das Konzept der TEA, das schnell greifbare Hilfe bot, auch unter den Einschränkungen der Pandemie. „Wir konnten Gespräche sogar draußen bei Spaziergängen oder online führen. Trotzdem bekamen die Jugendlichen eine Konsequenz für ihre Straftat“, ergänzt sie.

TEA: Individuell gedacht, bewusst gestaltet

TEA ist eine maßgeschneiderte Maßnahme zwischen Arbeitsweisungen und intensiver Einzelbetreuung. In 3 bis 5 Terminen bearbeiten Fachkräfte einen klar definierten Problemrahmen. Anders als in der Sozialen Einzelbetreuung, die breit gefächert agiert, fokussiert sich TEA auf konkrete Fragen, die oft in direktem Zusammenhang mit der begangenen Straftat stehen.

So kann beispielsweise bei Diebstahl untersucht werden, warum die Handlung entstand: War mangelnde Finanzkompetenz der Grund? Oder welche Konsequenzen hatte das Verhalten für andere? Ziel ist es, dass die Jugendlichen selbst ein Bewusstsein für ihr Handeln entwickeln. „Wir schauen dabei individuell, welche Punkte die Jugendlichen wirklich beschäftigen“, erklärt Yasmin Matusek.

Maßgeschneiderte Module mit Perspektive

Die Entscheidung, ob ein Jugendlicher zur TEA kommt, trifft in der Regel das zuständige Gericht. In Ausnahmefällen kann die Auflage auch zwei bis drei Module umfassen. Dabei besteht jedes Modul aus drei bis fünf Kontakten, die individuell gestaltet werden.

Besonders während der Pandemie bewährte sich TEA: Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz waren mit hohen Bußgeldern belegt, die für viele Jugendliche untragbar gewesen wären. „Die TEA hat es ermöglicht, dass Jugendliche an einer Gesprächsweisung teilnehmen konnten, anstatt sich zu verschulden oder in den Jugendarrest zu kommen“, so die Mit-Initiatorin.

Die größte Herausforderung liegt in der Kürze der Zeit: Innerhalb weniger Kontakte muss ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und das Problem bearbeitet werden. Kreativität ist gefragt, um die Jugendlichen aktiv einzubinden – sei es durch kleine Hausaufgaben, interaktive Aufgaben oder praktische Übungen.

Trotz der Herausforderungen blicken die Mitarbeitenden optimistisch in die Zukunft: „Ich wünsche mir, dass das Angebot bestehen und sich weiterentwickelt“, sagt Yasmin Matusek. Die vergangenen fünf Jahre zeigen, dass TEA ein wertvolles Instrument der ambulanten Jugendhilfe im Kontext Straffälligenhilfe ist und Jugendlichen dabei hilft, Verantwortung zu übernehmen und ihr Verhalten zu reflektieren.