Heike Christian ist heute eine langjährige Kollegin des Treffpunkt e.V. Doch ihr Einstieg in den Treffpunkt e.V. begann nicht als Mitarbeiterin, sondern als junge Mutter, die Unterstützung suchte. Ihr Kind war klein, eine Ausbildung schien schwer vereinbar, und die Angebote des Jobcenters passten selten zu ihrer Lebensrealität. Über MUT, ein Angebot für junge Mütter, fand sie zunächst Orientierung und die Möglichkeit, ihre nächsten Schritte zu sortieren.
Mit Struktur und Rückhalt zur Ausbildung
Während ihrer Zeit bei MUT lernte sie eine Kollegin des Treffpunkt e.V. kennen, die sie ermutigte, sich hier für eine Ausbildung zu bewerben. Dieser Zuspruch eröffnete ihr die Chance auf eine Teilzeitausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation, die sie 2011 startete. Die Ausbildung war gefördert, um jungen Müttern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Berufsqualifizierung zu ermöglichen. Mit 30 Wochenstunden, zusätzlichem Förderunterricht und klaren Rahmenbedingungen konnte sie so eine Struktur aufbauen, die für ihre Lebenssituation passte.
Die Jahre ihrer Teilzeitausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation waren herausfordernd. Zwischen Kinderbetreuung, Ämtern, Ausbildungsinhalten und finanziellen Fragen brauchte es viel Kraft. Unterstützung fand sie vor allem im Treffpunkt e.V. selbst: Kolleginnen begleiteten sie zu Gesprächen im Kindergarten, zur Grundschule und sogar zum Jobcenter. Diese Begleitung gab ihr Rückhalt: nicht nur praktisch, sondern auch emotional. Aus der jungen Mutter wurde Schritt für Schritt eine selbstbewusste Frau, die ihre Rolle fand und annahm. „Ich bin reifer und erwachsener geworden. Ich habe hier gelernt, offener zu werden und Nein sagen zu können“, sagt sie rückblickend.
Persönliche Entwicklung und berufliche Perspektiven
Heute blickt sie auf einen Weg zurück, der von persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung geprägt ist: Von der allgemeinen Verwaltungstätigkeit wechselte sie in Bereiche wie Finanzen und Personal: Aufgaben, die Verantwortung und Vertrauen erfordern. Diese Verantwortung spiegelt sich auch darin wieder, dass sie sich von der Auszubildenden zur Ausbilderin entwickelt hat. „Wenn ich heute zurückblicke und mir vor Augen führe, dass ich alles mit einem damals Kleinkind unter einen Hut gebracht habe, dann macht mich das schon stolz.“, erzählt Heike Christian zufrieden.
Für die Zukunft wünscht sie sich, persönlich weiterzuwachsen und gleichzeitig, dass der Treffpunkt e.V. so bleibt, wie sie ihn kennengelernt hat: ein Ort, an dem Menschen Unterstützung finden, ihren Weg zu gehen. Jungen Müttern, die heute in einer ähnlich schwierigen Situation stehen, gibt sie einen Rat aus eigener Erfahrung: „Lasst euch nicht unterkriegen! Und nehmt jede Hilfe an, die euch angeboten wird.“
Ihre Geschichte verdeutlicht, wie entscheidend verlässliche Strukturen, Ermutigung und passende Unterstützungsangebote für einen erfolgreichen beruflichen Einstieg sind, und zeigt zugleich, welche positive Entwicklung möglich wird, wenn diese Faktoren zusammenwirken: Aus einer ersten Orientierung bei MUT entsteht eine klare berufliche Perspektive; aus einer Klientin eine geschätzte Mitarbeiterin – ein Weg, der Mut macht.


