Dank der Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ konnte Treffpunkt e.V. das Projekt „Zeig Courage!“ durchführen. In vier Projektgruppen beschäftigten sich Jugendliche und Heranwachsende mit den Themen Demokratie, Solidarität, dem gesellschaftlichen Zusammenleben und dem Spannungsfeld zwischen den eigenen Bedürfnissen einerseits und der Rücksichtnahme auf die Interessen Schutzbedürftiger andererseits.

In einem Vorgespräch wurden zunächst individuelle Erfahrungen der Teilnehmer*innen in Bezug auf das Zusammenleben in unserer Gesellschaft thematisiert. Besonderes Augenmerk wurde auf die Frage geworfen, was solidarisches Verhalten für sie bedeutete und inwiefern Solidarität für das Zusammenleben von Bedeutung sei. Des Weiteren wurden die Jugendlichen mit der Frage, was für sie für ein gelungenes Leben besonders wichtig sei, zum Nachdenken angeregt.

Auf dieser Grundlage trafen die Jugendlichen der jeweiligen Projektgruppen an zwei Gruppenabenden aufeinander. Anhand eines Zivilcourage-Barometers konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Alltagssituationen hinsichtlich der Notwendigkeit einschätzen, sich solidarisch zu zeigen bzw. aktiv einzugreifen. Diese Einschätzungen wurden im Kollektiv besprochen und diskutiert. Die unterschiedlichen Meinungen und das Teilen eigener Erlebnisse führten zu intensiven Gesprächen und einer im Nachhinein oft benannten Reflexion eigener Strategien. Anschließend gaben die pädagogischen Fachkräfte allgemeine Hinweise zu Zivilcourage. Zudem wurde gemeinsam mit den Jugendlichen Strategien der gegenseitigen Unterstützung zur Eindämmung der Pandemie erarbeitet. Die Teilnehmer*innen erhielten den Auftrag, sich kreativ mit den Themen Solidarität und Zivilcourage zu beschäftigen.

Nach der Auseinandersetzung mit Alltagssituationen während des ersten Gruppenabends standen bei dem zweiten Treffen die individuellen Bedürfnisse für ein gelungenes Zusammenleben im Vordergrund. Hier wurden bereits einige Gemeinsamkeiten erkannt. Danach folgte eine Sammlung von gemeinsamen Bedürfnissen. Zum Schluss sollten sich die Jugendlichen in der Gruppe auf Regeln und Gesetze einigen, die sie als existentiell für das Zusammenleben in der Gesellschaft erachten. Das eigene Wohlfühlen spielte hierbei eine große Rolle, aber auch wie eine Gesellschaft funktionieren kann, vor allem wenn die eigenen Bedürfnisse in die Gemeinschaft einfließen sollen.

In einem abschließenden Einzelgespräch wurde mit den Jugendlichen reflektiert, was für sie der prägnanteste Inhalt war. Die Teilnehmer*innen wurden nach eigenen Aussagen zum Nachdenken über die Themen Solidarität, Zivilcourage und gesellschaftliches Zusammenleben angeregt. Dies äußerte sich auch durch die Auseinandersetzung mit Beispielen aus der eigenen Lebenswelt. Des Weiteren wurde durchwegs geäußert, konkrete Handlungsmöglichkeiten erhalten zu haben, wie in schwierigen Situationen gehandelt werden könne. Durch die aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und die der anderen konnte in unserem Projekt demokratisches Denken gefördert werden.

In den vier Durchläufen, die zwischen Mai und September 2021 stattfanden, nahmen im Schnitt pro Gruppe sieben Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 15 bis 21 Jahren teil. Drei Viertel aller Teilnehmenden nahmen bis zum Schluss an dem Projekt teil.