Angehörigenberatung – Ein Überblick
Die BAI – Beratungsstelle für Angehörige von Inhaftierten beim Treffpunkt e.V. – ist seit 35 Jahren ein Ort für Menschen, deren Leben durch die Inhaftierung eines nahestehenden Menschen aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Denn eine Inhaftierung betrifft nie nur die Person im Gefängnis. Sie trifft immer auch die Menschen draußen: Familien, Partnerinnen und Partner, Kinder und Eltern – oft unsichtbar, aber stark verunsichert und belastet.
Plötzlich stehen viele Fragen im Raum: Wie erkläre ich meinem Kind die Situation? Wie bewältige ich den Alltag allein? Was passiert mit Wohnung, Arbeit, Sicherheit – und mit mir selbst?
Viele kommen mit dem Gefühl, nicht zu wissen, wo sie anfangen sollen. Beziehungen müssen sich neu ordnen, Rollen verschieben sich, und Angehörige stehen vor völlig neuen Herausforderungen.
Am Anfang geht es oft darum, überhaupt einen Überblick zu gewinnen. Wir sortieren gemeinsam: Was ist dringend? Was kann warten? Welche Schritte müssen jetzt gegangen werden? Und wer kann rechtlich, finanziell oder emotional unterstützen?
Gleichzeitig geht es oft um das, was schwer auszusprechen ist: Scham, Überforderung und die Angst vor dem Urteil anderer. Viele erleben das Thema Haft als Tabu – selbst im eigenen Umfeld.
Wir schaffen einen geschützten Raum, hören zu, ohne zu bewerten, und begleiten Schritt für Schritt durch diese Ausnahmesituation. Gleichzeitig vermitteln wir weiter in passende Hilfesysteme – von Schuldnerberatung über Jugendhilfe bis hin zu psychologischer Unterstützung oder Ansprechpartnern in der Justizvollzugsanstalt.
Und oft beginnt Entlastung genau in dem Moment, in dem jemand zum ersten Mal ausspricht, was wirklich ist – und merkt: Ich bin damit nicht allein.
Hinweis: Das Bild wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.



